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Am Institut werden anwendungsbezogene drittmittelgeförderte Forschungsprojekte zum Verhältnis von Wirtschaft, Verwaltung, Recht und Geschlecht durchgeführt. Hier ein Überblick erfolgreich abgeschlossener Projekte.


Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung in öffentlichen Gebäuden. Vergaberichtlinien als wirksames Instrument zur Sicherung arbeits- und tarifrechtlicher Standards?

Projektleitung: Claudia Gather, Ute Gerhard, Bundesvorstand der IG BAU
Projektmitarbeit: Lena Schürmann
Förderung: Hans-Böckler-Stiftung
Laufzeit: Februar 2003 bis Augsut 2004

Das expandierende Reinigungsgewerbe gilt als Vorreiter der Flexibilisierung von Arbeitszeiten und der Deregulierung von Beschäftigungsverhältnissen. Die Entwicklung dieser Branche war in den letzten 20 Jahren vorwiegend durch betriebwirtschaftliche Überlegungen geprägt und hat zunehmend zur Prekarisierung von (Frauen-) Arbeitsplätzen geführt. Das Projekt hat sich mit den Arbeitsbedingungen in der Gebäudeinnenreinigung, insbesondere in öffentlichen Gebäuden befasst und der Frage, wie mit dem Instrument der “Vergaberichtlinien” gewährleistet werden kann, dass tarifvertragliche und gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden.

Das Forschungsprojekt hat mit dem Forschungsprojekt Prokon-Kommunen im Wettbewerb am KWI der Universität Potsdam kooperiert. Die Ergebnisse des Projektes wurden im VSA-Verlag veröffentlicht:

"Claudia Gather, Ute Gerhard, Heidi Schroth, Lena Schürmann: Vergeben und Vergessen? Gebäudereinigung im Spannungsfeld zwischen kommunalen Diensten und Privatisierung. Hamburg: VSA 2005" ist auf unseren Seiten als E-Book erhältlich.


Europäische Beschäftigungsstrategie und Gender Mainstreaming

Projektverantwortlich: Friederike Maier

In diesem Forschungsprojekt, das gemeinsam von 30 Wissenschaftlerinnen aus allen EU-Mitgliedsländern einschließlich Bulgarien, Island, Liechtenstein, Norwegen und Rumänien unter Leitung von Prof. Jill Rubery (UMIST, University of Manchester) durchgeführt wurde, werden die beschäftigungspolitischen Programme der EU und der Mitgliedsländer analysiert, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Umsetzung geschlechtsspezifischer Ansätze in den verschiedenen Politikfeldern lag. Darüber hinaus analysiert die Gruppe die bisher verwendeten Indikatoren und Verfahren. Die Ergebnisse der Arbeiten sind hier verfügbar.


Beschäftigung und Geschlechtergleichheit

Projektverantwortlich: Andrea-Hilla Carl, Friederike Maier
Förderung: Europäische Kommission 
Laufzeit: 2009-2011

In diesem Forschungsprojekt, das gemeinsam von 30 Wissenschaftlerinnen aus allen EU-Mitgliedsländern unter Leitung von Prof. Francesca Bettio (Universität Rom und Fondazione Giacomo Brodolini, Rom) durchgeführt wird, werden die realen beschäftigungspolitischen Entwicklungen und politischen Schwerpunkte der EU und der Mitgliedsländer analysiert. Die institutionellen Rahmungen der Beschäftigungssysteme werden dabei genauso analysiert wie die Umsetzung geschlechtsspezifischer Ansätze in den verschiedenen Politikfeldern. Darüber hinaus analysiert die Gruppe die bisher verwendeten Indikatoren und Verfahren der Gleichstellungs- und gender mainstreaming Politik.

Ergebnisse aus der Projektarbeit des Netzwerkes stehen nachfolgend zum Download zur Verfügung: Gender Equality, Employment Policies and the Crisis in EU Member States.


Bloß keine Schulden? – Geschlechterdifferenzen in der Gründungsfinanzierung

Projektleitung: Claudia Gather
Mitarbeiter_innen: Ingrid Biermann, Lena Schürmann, Susan Ulbricht, Heinz Zipprian
Wissenschaftlicher Kooperationspartner: Heiner Brockmann, Beuth Hochschule für Technik Berlin
Förderung: IFAF - Institut für angewandte Forschung Berlin e.V.
Laufzeit: September 2010 bis Dezember 2011

Im Hinblick auf die Steigerung des wirtschaftlichen Potentials von Frauen in der Selbstständigkeit wird untersucht, ob die bestehenden Kreditangebote und Instrumente der Gründungsförderung eine bedarfs- wie geschlechtergerechte Finanzierung von Existenzgründungen ermöglichen.

Die Forschungslage verzeichnet im Bereich der wirtschaftlichen Selbstständigkeit deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen machen sich seltener selbstständig als Männer, sie starten ihre Unternehmen durchschnittlich kleiner, ihre Betriebe weisen geringere Umsätze und ein geringeres Wachstum auf; selbstständige Frauen erzielen ein geringeres Einkommen als selbstständige Männer.

Wesentlich für die Erfolgschancen eines jungen Unternehmens ist die Startphase, insbesondere die Ausstattung mit Startkapital. Weil das Finanzierungshandeln von Gründer/innen bislang wenig erforscht wurde, stellt das Forschungsprojekt die Kapitalausstattung bei der Gründung in den Mittelpunkt der Untersuchung.

Projektpartner_innen:


ChancenBildung

Projektleitung: Friederike Maier
Projektmitarbeit: Christiane Krämer
Förderung: Berliner Programm zur Förderung von Frauen und Lehre (BCP)
Laufzeit: Januar 2013 bis Dezember 2015

Das Projekt ChancenBildung analysiert strukturelle Barrieren und spezifische Hindernisse für Frauen mit Migrationshintergrund beim Hochschulzugang und im Studium und zeigt Wege zur Erhöhung der Chancengleichheit für diese an den Hochschulen unterrepräsentierte Gruppe auf.

Anhand der Forschungsergebnisse werden Angebote für die Übergänge zwischen Schule und Hochschule sowie Studium und weiterführendem Studium bzw. Arbeitsmarkt konzipiert, die sowohl zur Erhöhung der Anteile und Erfolgschancen, wie auch zur Integration der Kompetenzen, Interessen und Bedarfe dieser Gruppe in ein erweitertes Studien- und Lehrangebot und die formalen Kriterien der Hochschule führen sollen.

Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Fragen der Geschlechterforschung an der Schnittstelle zu Hochschul- und Bildungsforschung und zur gender- und diversitysensiblen Gestaltung von Studium und Lehre.


GLESA - Gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Selbstbestimmung im Alter: milieusensibles und selbstbestimmtes Wohnen im Alter als Beitrag innovativer kommunaler Altenhilfe? 

Projektleitung: María do Mar Castro Varela
Teil-Projektleitung: Claudia Gather
Projektmitarbeit: Ralf Lohmann, Yvonne Tietz
Projektbüro: Babelsberger Str. 14-16, 10715 Berlin; 030/30877-1501
Praxispartner_in: Schwulenberatung gGmbH, Pflegedienst CuraDomo GmbH, Fachbereich für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS)
Förderung: Institut für angewandte Forschung (IFAF Berlin) 
Laufzeit: April 2013 bis März 2015

Der Mitte 2012 eröffnete "Lebensort Vielfalt", ein Wohn- und Pflegeprojekt für homosexuelle SeniorInnen, entstand aus der Sorge, dass im Falle von Pflegebedürftigkeit im Alter homophobe Einstellungen und Vorbehalte des Pflegepersonals in Regeldiensten eine zufrieden-stellende Pflege und Betreuung behindern. Zudem soll mit dem "Lebensort Vielfalt" das selbstbestimmte Leben im Alter gefördert werden. Nach wie vor liegen zu diesem Thema kaum Studien vor.

Am Beispiel GLESA soll gezeigt werden, inwiefern Wohnprojekte dieser Art als Modell für eine moderne Kommunalpolitik verstanden werden können, die bürgerschaftliches Engagement, Stadtentwicklung, soziale Altenhilfe und die Pflege älterer Menschen innovativ miteinander verbindet. Die Erforschung milieusensibler Wohn- und Pflegeprojekte wird neue Betätigungsfelder eröffnen und einen Beitrag für die Entwicklung neuer Tätigkeitsfelder von Berliner Unternehmen über Berlins Grenzen hinaus leisten.

Das Forschungsvorhaben leistet darüber hinaus einen ersten Beitrag zur überfälligen Erforschung der Wohn- und Gesundheitssituation homosexueller SeniorInnen. Auch auf dem Gebiet milieuspezifischer Altenhilfe vollbringt es Pionierarbeit.


Diskriminierungsfreie Hochschule

Projektleitung: Friederike Maier
Projektmitarbeit: Christiane Krämer
Förderung: Programmlinie 8 der Ausbildungsoffensive Masterplan
Laufzeit: Februar 2011 bis Januar 2013

Die Machbarkeitsstudie "Diskriminierungsfreie Hochschule" hatte zum Ziel, eine empirische Grundlage zu schaffen, um die Diskriminierung von Studierenden wegen der ethnischen Herkunft und/oder des Geschlechts messbar zu machen und auf Hochschulebene zu verringern. Hierzu wurden die an der HWR Berlin vorhandenen Daten und Statistiken für die Felder Hochschulzugang und Studium auf ihre Verwendbarkeit geprüft und ausgewertet sowie Datenlücken und weiterer Forschungsbedarf identifiziert. Formale Kriterien beim Hochschulzugang und weitere entscheidende Faktoren für die Aufnahme des Studiums, Studienverlauf und den Studienerfolg wurden auf ihre Diskriminierungspotenziale hin untersucht.

Im Projektbericht werden die Ergebnisse präsentiert und unter Aspekten des Datenschutzes, des Arbeitsaufwandes und Erkenntnisgewinns Empfehlungen zur zukünftigen Datenerhebung- und auswertung und den Regel- und Bewertungssystemen der verschiedenen Hochschulfelder gegeben und für die jeweiligen Organisationsbereiche diskutiert. Die HWR Berlin ist im Rahmen des Projektes und weiterer Aktivitäten Partnerhochschule im Prognos-Projekt "Diskriminierungsfreie Hochschule - Mit Vielfalt Wissen schaffen" der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.


DIVTEC: Gestaltbare Technologien & Diversity im Berliner KMU-Sektor

Projektleitung: Heike Wiesner
Projektmitarbeit: Ina Tripp, Antje Ducki
Förderung: IFAF - Institut für angewandte Forschung Berlin e.V.
Laufzeit: Januar 2011 bis Oktober 2012

Das Forschungsvorhaben bezieht sich auf die Bedeutung von Diversity Management und die Unterstützung von Web 2.0-Applikationen in Berliner kleinen und mittelständischen Unternehmen (nachstehend auch KMU) zur Sicherung des Fachkräftebedarfs insbesondere im MINT-Bereich.

Ziel des Projektes DIVTEC ist es, gezielte Maßnahmen und Strategien zur Gewinnung und Bindung von hochqualifizierten Fachkräften unter der besonderen Berücksichtigung der Kategorie Alter, Geschlecht und kulturellem Hintergrund in Berliner KMU zu entwickeln und umzusetzen. Neben (inner-) betrieblichen Strategien sollen Gestaltungspotenziale interaktiver Medien (insbesondere Web 2.0-Applikationen) unter dem Aspekt der diversity-orientierten Mitarbeiter/innenrekrutierung und Mitarbeiter/innenbindung eruiert, erprobt und etabliert werden.

Folgende Forschungsfragen stehen im Zentrum der Betrachtung:

  • Wie wird die Bedeutung von Diversity Management im MINT-Bereich des Berliner KMU-Sektors wahrgenommen und eingeschätzt?
  • Wie gestaltet sich die personelle Zusammensetzung in KMU, d.h. welche Bedeutung haben die drei Kategorien „Frauen“, „Alter“ und „Migrationshintergrund“? Bestehen vor diesem Hintergrund Unterschiede in den Unternehmensgrößen?
  • Was sind für unterschiedliche Beschäftigungsgruppen relevante Bindungsfaktoren?
  • Wie lässt sich durch das Zusammenspiel von Diversity-Strategien und gestaltbaren Technologien (insbesondere auf der Grundlage von Web 2.0 Applikationen) der drohende Fachkräftemangel in den Branchen IKT und Ingenieurwissenschaften im Berliner KMU-Sektor begegnen?

Als Ergebnis soll ein diversity-orientiertes, partizipativ entwickeltes Fachkräfteportal hervorgehen, das nachhaltig die KMU-Landschaft im Berliner Raum bereichern soll.


Der Erfolg selbstständiger Frauen – Gründungsverläufe zwischen Familie und Ökonomie

Projektleitung: Claudia Gather
Projektmitarbeit: Ingrid Biermann, Lena Schürmann, Susan Ulbricht, Heinz Zipprian
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Laufzeit: September 2011 bis März 2014

Seit den 1980er Jahren verzeichnet der Anteil von Frauen an Gründungen einen deutlichen Zuwachs. Gemessen an objektiven Erfolgsmaßstäben wie Umsatz, Wachstum, Anzahl der Beschäftigten, sind Gründungen von Männern aber erfolgreicher als Frauengründungen. Das Projekt arbeitet mit einem erweiterten Erfolgsbegriff und untersucht Gründungen in der Lebenslaufperspektive. Es setzt Erfolg und Erfolgswahrnehmung ins Verhältnis zum vorherigen Erwerbsverlauf, zur Branchensituation sowie zur familiären Eingebundenheit. Untersucht werden die Ressourcen und Restriktionen von Gründungen durch Frauen und von Männern als Vergleichsgruppe. 

Vor dem Hintergrund marktbezogener Bedingungen, familiärer Strukturen und staatlicher Rahmenvorgaben will das Forschungsprojekt Typologien von Gründungsverläufen identifizieren. Es will den Blick auf Erwerbsentwürfe richten, die nicht dem klassischen Modell der (männlichen) Selbstständigkeit entsprechen, aber gleichwohl Chancen eröffnen, Gründungen zum objektiven Erfolg zu führen.

Mehr Infos hier.


Fe|male SchülerInnen gestalten technologieunterstützte Lernszenarien

Projektleitung: Heike Wiesner
Kooperatonspartner_in: Donau-Universität Krems
Förderung: Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Österreich

Das Forschungsvorhaben stellt Web-2.0-Technologien in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Diese werden unter dem Aspekt Gender sowie auf ihre didaktischen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen eines gendersensiblen schulischen Unterrichts hin analysiert. fe|male setzt in der Beantwortung der forschungsleitenden Fragestellungen bei der Lebenswelt von Jugendlichen an und bezieht diese von Beginn an über in den Partnerschulen durchgeführte Schulprojekte in den gesamten Forschungsprozess bis hin zur Verwertung der Ergebnisse ein.

Durch die Konzentration auf Technologien, die als ein passage point für Mädchen dienen können, durch die Fokussierung auf eine gendersensible Gestaltung der Workshops und Lehrangebote sowie durch die gezielte Evaluierung der Angebote aus der Genderperspektive wird das Interesse von SchülerInnen für Technik und das Verständnis für technische Systeme auf unterschiedlichen Ebenen gefördert.

Neben der Partizipation im Forschungsprozess steht die Befähigung der SchülerInnen, ihre im Forschungsprozess erworbenen Kenntnisse weiterzugeben, im Fokus des Projekts. Weiterhin wird der Ansatz der Forschungskooperation zwischen den beteiligten Partnerschulen und (Fach)hochschulen prozessbegleitend formativ evaluiert.


Geschlechterstereotype als Ursache persistenter Geschlechterdisparitäten - Potenziale der Familien- und Arbeitsmarktpolitik zur Durchsetzung von Chancengleichheit

Teil-Projektleitung: Miriam Beblo
Projektmitarbeit: Denis Beninger
Verbundprojektpartner_in: Europa Universität Viadrina Frankfurt/Oder
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung & Europäischer Regionalfond
Laufzeit: Oktober 2011 bis September 2013

Das Verbundvorhaben „Geschlechterstereotype als Ursache persistenter Geschlechterdisparitäten“ der Stiftung Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (EUV) und der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin widmet sich der Forschungsfrage, welchen Einfluss Geschlechterstereotype auf das Entscheidungsverhalten von Frauen und Männern in Ost- und Westdeutschland haben und wie sie damit zum Erhalt von Geschlechterdisparitäten beitragen. Mit einem innovativen Methodenmix sollen neue Einblicke in die Hintergründe der Berufsentscheidungen und Karriereentwicklungen von Frauen in Ost und West gegeben und politische Handlungsoptionen für die Verwirklichung von Chancengleichheit aufgezeigt werden.

Innerhalb eines vierstufigen Analyseansatzes leitet die HWR Berlin die quantitativen Arbeitspakete an, bestehend aus Online-Experimenten zum Einfluss von Geschlechterstereotypen auf individuelle Entscheidungen und einer ökonometrische Analyse mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels, welche die längerfristige Entwicklung individueller Einstellungen bezüglich Frauenerwerbstätigkeit und staatlicher gegenüber privater Verantwortung für Kindererziehung in Ost- und Westdeutschland beleuchtet.

Form einer gemeinsamen Ergebnisrückkopplung mit Wissenschaft und Politik sollen die Forschungsergebnisse aus allen Analyseschritten insbesondere in Bezug auf den Aspekt Gleichstellung vor dem Hintergrund familien- und arbeitsmarktpolitischer Rahmenbedingungen diskutiert werden. Zum Ende der Projektlaufzeit wird hierzu eine Abschlusskonferenz veranstaltet. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Analysen sollen außerdem in drei Diskussionspapiere sowie in Beiträge für Fachkonferenzen einfließen. Langfristig sollen daraus Publikationen in international anerkannten und referierten Fachzeitschriften entstehen. Weitere praktische Verwertungsmöglichkeiten sehen wir in der durch das Forschungsprojekt generierten breiteren empirischen Basis für die Integration von Gender-Aspekten in der Lehre.

Das Projekt wurde im September 2013 in Form einer Tagung vorgestellt: Tagungsdokumentation als Download
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.


Verankerung von Genderaspekten in der Lehre

Projektleitung: Friederike Maier
Projektmitarbeit: Christiane Krämer
Förderung: Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre
Laufzeit: Oktober 2008 bis Oktober 2011

Um neben dem bestehenden Lehrangebot an der HWR Berlin Genderaspekte in die Fachinhalte zu integrieren, wurde 2008 das Projekt zur Verankerung von Genderaspekten in die Lehre gestartet.

In Zusammenarbeit mit Lehrenden und einer Arbeitsgruppe wurden ausgewählte Fachgebiete gescreent und entsprechende Genderthemen für die Lehre vorgestellt. Über einen Expertinnenpool hatten Lehrende die Möglichkeit, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis zu Gastvorträgen (z.B. Gender Budgeting, Senatsverwaltung) in ihre Lehrveranstaltung einzuladen. Im Rahmen verschiedener Workshops und einem abschließenden fach- und  hochschulübergreifenden Symposium an der HWR Berlin konnten sich interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Gender in der Lehre austauschen und fortbilden.

Ergebnisse des Workshops und des Symposiums finden Sie unter Workshops und Gastvorträge, und dort "Im Mainstream angekommen? Gender in der Lehre an den Berliner (Fach-)Hochschulen". Das im Januar 2016 erschienene Discussion Paper "Im Mainstream angekommen? Gender im Wissenschaftsbetrieb" von Christiane Krämer refelektiert und diskutiert die Ergebnisse des Projektes.


Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft (GIB)

Projektbeteiligte: Juliane Achatz, Prof. Dr. Miriam Beblo, Prof. Dr. Silke Bothfeld, Tatjana Fuchs, Dr. Hermann Gartner, Prof. Dr. Stefan Höyng, Sebastian Hübers, Dr. Susanne Kohaut, Dr. Christina Klenner, Prof. Dr. Gertraude Krell, Dr. Manuela Maschke, Sophie Rouault, Dr. Karin Tondorf, Dr. Elke Wiechmann, Prof. Dr. Elke Wolf, Dr. Astrid Ziegler 
Förderung: Hans-Böckler-Stiftung 
Laufzeit: Januar 2007 bis Juli 2009

Das Projekt ,Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft' geht der Frage nach, unter welchen betrieblichen Voraussetzungen sich ungleiche bzw. stärker angeglichene Arbeits- und Entlohnungsbedingungen für Frauen umsetzen. Gefragt wird nach betrieblichen Strukturen, Praxen und Arrangements, die Differenzierungen und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zur Folge haben oder auch Angleichungsprozesse fördern.

Siehe auch Hans Böckler Stiftung.


Gründungsmotivation und -erfolg hoch qualifizierter Frauen

Projektleitung: Claudia Gather
Projektmitarbeit: Susan Ulbricht
Kooperationspartnerin: WeiberWirtschaft eG
Förderung: Europäischer Sozialfonds (ESF)
Laufzeit: Juli 2008 bis Dezember 2009

Der Forschungsschwerpunkt in diesem empirischen Forschungsprojekt liegt auf im volkswirtschaftlichen Sinne erfolgreichen Gründerinnen. Ressourcentheoretische Ansätze legen nahe, dass diese Gründungen häufiger aus der abhängigen Beschäftigung heraus erfolgen und die Gründerinnen einschlägige Branchen- und Führungserfahrung mitbringen, daher erfolgreicher sind als Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Die volkswirtschaftliche Bedeutung ergibt sich aus schnellerer Expansion, Schaffung von Arbeitsplätzen und höherer Überlebenswahrscheinlichkeit.

Ziel des Projektes ist es, Faktoren zu analysieren, die Frauen in abhängiger Erwerbstätigkeit zur Gründung bewegen und Maßnahmen zu entwickeln, mittels derer die Gründungsneigung hoch qualifizierter, abhängig beschäftigter Frauen erhöht und unterstützt werden kann.

In diesem ersten Erhebungsschritt werden besonders erfolgreiche Frauenunternehmen identifiziert und deren Gründungsmotivation und -erfahrungen mit qualitativen Interviews erhoben. In einem zweiten Schritt wird eine schriftliche Umfrage bei Gründerinnen durchgeführt, um die qualitativen Befunde zu prüfen und zu erhärten.


An inquiry into health and safety at work: a European Union perspective – HEALTH at WORK 

Kooperationsvorhaben: 19 europäische Partner, deutscher Teil geleitet von Prof. Miriam Beblo, Gesamtkoordination durch Centre for European Labour Market Research (CELMR), University of Aberdeen Business School (UK)
Förderung: Europäische Kommission, 7. Rahmenprogramm (Health 2007 A)
Laufzeit: August 2008 bis August 2011

Das Projekt hat zum Ziel, einen Überblick über den derzeitigen Wissensstand zu den ökonomischen Zusammenhängen von Arbeit und Gesundheit zu geben. Hierfür werden die methodischen Ansätze und Ergebnisse von nationalen Erhebungen gesammelt, systematisiert und zusammengeführt. So können Handlungsempfehlungen für Forschung und Politik zur Verbesserung von Gesundheit und Arbeitssicherheit in einem sich wandelnden europäischen Arbeitsmarktumfeld entwickelt werden – insbesondere vor dem Hintergrund alternder Bevölkerungen, feminisierter Arbeitsmärkte und vermehrten Auftretens kleiner und mittelständischer Unternehmen in der EU.

Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sind im Diskussionspapier "Health at Work - Indicators and Determinants. A Literature and Data Review for Germany" (Julia Schneider, Miriam Beblo) veröffentlicht. 

Download: Discussion Paper 09 des Harriet Taylor Mill-Instituts von 05/2010.


Quantifizierung der Lohndiskriminierung im Sinne des AGG: Welche Rolle spielen Alter, Geschlecht und Nationalität?

Projektleitung: Miriam Beblo (HWR Berlin), Elke Wolf (FH München)
Projektmitarbeit: Clemens Ohlert
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft - Schwerpunktprogramm: Flexibilisierungspotenziale bei heterogenen Arbeitsmärkten
Laufzeit: Januar 2009 bis März 2011 

Bei den in Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zu erwartenden Klagen wird eine zentrale Frage und somit Gegenstand gerichtlicher Gutachten sein, wie groß das Ausmaß der Lohndiskriminierung gegenüber den im AGG benannten Personengruppen tatsächlich ist. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes werden wir deshalb ein Konzept erstellen, wie die Lohndiskriminierung auf Grundlage der in deutschen Betrieben gezahlten Entgelte empirisch ermittelt und quantifiziert werden kann. Dabei konzentrieren wir uns zunächst auf die Ungleichbehandlung nach dem Geschlecht, dem Alter und der Nationalität.

Auf Grundlage des „Linked Employer-Employee“-Datensatzes des IAB (LIAB) werden wir zum einen die bedingten, von individuellen Merkmalen bereinigten Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, Jüngeren und Älteren sowie Deutschen und Nichtdeutschen im Arbeitsmarkt insgesamt bestimmen und zum anderen die gruppenspezifischen Lohndifferenziale innerhalb der Betriebe quantifizieren. Darüber hinaus sollen die unterschiedlichen Dimensionen der Lohndiskriminierung auf betrieblicher Ebene zueinander in Beziehung gesetzt werden. So wollen wir herausfinden, ob ein enger Zusammenhang zwischen der Diskriminierung von weiblichen, älteren und ausländischen Beschäftigten besteht oder ob die unterschiedlichen Dimensionen der Ungleichbehandlungen eher ungleich zwischen den Betrieben verteilt sind. Schließlich planen wir betriebliche und institutionelle Merkmale zu identifizieren, die mit einem niedrigen bzw. hohen Grad an multidimensionaler Diskriminierung einhergehen.

Details zum Forschungskonzept sind im Diskussionspapier "Quantifizierung der innerbetrieblichen Entgeltdiskriminierung nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz. Forschungskonzept einer mehrdimensionalen Bestandsaufnahme" (Miriam Beblo, Elke Wolf) beschrieben.

Download: Discussion Paper 04 des Harriet Taylor Mill-Instituts von 11/2008

Das Projekt wurde mit einer Laufzeit von zwei Jahren im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Flexibilisierungspotenziale bei heterogenen Arbeitsmärkten“ finanziert. Weitere Informationen zum Schwerpunktprogramm, welches die interdisziplinäre Zusammenarbeit von ArbeitsmarktforscherInnen fördern soll, finden Sie unter http://kooperationen.zew.de/de/dfgflex/home.html


Ökonominnen und Ökonomen: Zum sozialen Wandel wirtschaftsbezogener wissenschaftlicher Disziplinen und Berufsfelder in Deutschland 1949-2000 

Projektbeteiligte: Andrea-Hilla Carl, Friederike Maier, Dorothea Schmidt
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft - Schwerpunktprogramm: Professionalisierung, Organisation, Geschlecht
Laufzeit: Oktober 2002 bis September 2004

In dem Forschungsprojekt wurde der Frage nachgegangen, wie es in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zur zunehmenden Feminisierung wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildungsgänge gekommen ist – wobei die Entwicklungen in Ost und West bis 1990 zeitlich versetzt unterschiedlich verliefen – und inwieweit dies mit einem Wandel der wirtschaftswissenschaftlichen Berufe/Tätigkeiten von reinen Männerberufen zu gemischten Berufen/Tätigkeiten verbunden war. Dabei wurden sowohl die “Angebotsseite” (Studierende und Beschäftigte) als auch die “Nachfrageseite” (Rekrutierungspolitik der Arbeitgeber) untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, inwieweit dieser Prozesse mit der Fortführung alter oder der Entstehung neuer Segregationen auf horizontaler und vertikaler Ebene einherging. Hiermit ist ein Beitrag zu neueren Diskussionen innerhalb der Frauen- und Geschlechterforschung intendiert. Die aktuelle Relevanz des Projektes rührt vor allem daher, dass die Wirtschaftswissenschaften in den letzten Jahren von einem Männer- zu einem gemischten Studienfach und zur quantitativ wichtigsten Disziplin für junge Frauen geworden sind. Es hat sich gewissermaßen hinter dem Rücken der meisten Beteiligten eine Veränderung von erheblicher Tragweite ergeben, deren Ursachen, Ausmaße und Folgen zu thematisieren sind.

Die Ergebnisse des Projektes wurden 2008 bei der Edition Sigma veröffentlicht:
Andrea-Hilla Carl, Friederike Maier, Dorothea Schmidt: "Auf halbem Weg. Die Studien- und Arbeitmarktsituation von Ökonominnen im Wandel."


Geschlechtsspezifische Segregation innerhalb von Unternehmen: Welchen Einfluss haben betriebliche Merkmale und Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit?

Kooperationsprojekt: Miriam Beblo mit Wolfgang Franz (ZEW, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim), Anja Heinze (ZEW) und Elke Wolf (FH München)
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit: Oktober 2006 bis Oktober 2008

Während sich die Segregationsforschung bisher vorwiegend mit der Messung horizontaler Segregation und deren Auswirkung auf das geschlechtsspezifische Lohndifferenzial beschäftigt hat, weisen neuere Untersuchungen auf den Zusammenhang zwischen Segregation und der Ausgestaltung von Personal- und Organisationspolitik in den Unternehmen hin. Für Deutschland gibt es nur wenige Erkenntnisse über den Zusammenhang interner Organisationsmerkmale und der ungleichen Verteilung von Männern und Frauen auf Berufe und Berufsfelder. Ziel des geplanten Forschungsvorhabens ist daher, die betrieblichen Hintergründe der geschlechtspezifischen horizontalen und vertikalen Segregation in Deutschland zu analysieren.

ZEW: Geschlechtsspezifische Segregation innerhalb von Unternehmen


Selbstständige Frauen in Berlin - Erste Ergebnisse aus verschiedenen Datenquellen im Vergleich

Projektleitung: Claudia Gather
Förderung: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen & Europäischer Sozialfond
Laufzeit: Juli 2007 bis Januar 2008

In dieser Untersuchung stand die Frage im Vordergrund, wie viele selbstständige Frauen bzw. wie viele Unternehmen von Frauen es in Berlin gibt. Es geht auch darum, Näheres über die Gruppe der selbstständigen Berlinerinnen zu erfahren und die Unternehmen von Frauen genauer zu beschreiben, um einerseits Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu selbstständigen Männern festzustellen sowie andererseits Berliner Besonderheiten im Verhältnis zur bundesdeutschen Situation insgesamt zu identifizieren. Zu diesem Zweck wurden alle für Berlin vorliegenden Datenquellen wie der Mikrozensus, die Einkommenssteuerstatistik, die Handwerkskammerstatistik, die Creditreform-Daten und Eintragungen des Berliner Handelsregisters sekundäranalytisch ausgewertet.

Die Ergebnisse der Studie wurden 2008 als Discussion Paper 03 des Harriet Taylor Mill-Instituts veröffentlicht.


Zeitverwendung, Haushaltsproduktion und öffentliche Güter im familieninternen Entscheidungsprozess: Theoretische, ökonometrische und experimentelle Analysen 

Projektbeteiligte: Miriam Beblo (HWR), Denis Beninger (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim), Olivier Donni (Universität von Cergy-Pontoise, Frankreich)
Förderung: DFG & Agence Nationale de la Recherche (ANR)
Laufzeit: April 2009 bis März 2011

Ziel des Projektes ist es, das Verhalten von Familien- oder Haushaltsmitgliedern realitätskonformer in ökonomischen Modellen zu berücksichtigen. Hierfür sollen familienökonomische Theorien und ökonometrische Methoden weiterentwickelt werden, indem Informationen aus neuen Umfragedaten sowie aus selbst durchgeführten Experimenten genutzt werden.